Bilderkrieger

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Wuchtig, ja erschütternd ist die Realität aus Sicht der Kriegsfotografen: Hart, berührend und zum Teil verstörend, wie die Insider über ihre Erfahrungen und ihre individuelle Sicht auf die Brutalität der Kriegsszenarien berichten. Den Schrecken und das Grauen abzubilden, wird zu ihrem Lebensinhalt. Ein Lebensinhalt, der sie unweigerlich verändert, mit den unterschiedlichsten Auswirkungen. Von der Berufsunfähigkeit aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung über die offensichtlich unverzichtbare Unempfindlichkeit gegenüber menschlichem Leid bis zum unbändigen Wunsch, trotz schwerster Verletzungen bald wieder im „Einsatz“ zu sein, ist alles möglich. Das Buch zeigt zwar auch (erschütternde) Bilder, aber viel eindringlicher sind die persönlichen Schilderungen der Fotografen, die einen Einblick geben, in eine Profession, die die Schrecken des Krieges sichtbar machen soll. Die aber auch etliche ihrer Protagonisten für immer zeichnet, ja manchmal sogar aufzehrt und zerstört. Ein wichtiges Buch, um mit den teils romantisierenden Bildern des „heroischen Kriegsberichterstatters“ aufzuräumen. Klare Empfehlung, nicht nur für Fotografie-Interessierte.

Ankerherz Verlag; Auflage: 1 (Juni 2013) – ISBN-10: 3940138444 ISBN-13: 978-3940138446

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