Bang Bang Club (Filmdrama, 2010, Kanada/Südafrika)

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Grundlage des Films Bang Bang Club ist die Autobiographie der Fotojournalisten und Kriegsfotografen Greg Marinovich und João Silva, die als Teil einer Gruppe von Kriegsfotografen den Niedergang der Apartheid von 1990 bis 1994 als Pressefotografen miterlebten und dokumentierten. Nach ersten internationalen Erfolgen (Pulitzer-Preis) wurde die Gruppe in einem südafrikanischen Magazin als „Bang Bang Club“ bezeichnet, ein Spitzname, der lautmalerisch (Schussgeräusche) Bezug nimmt auf die Arbeits- und Lebensumstände der Fotojournalisten in diesem Umfeld.

Der Film beschreibt deutlich die Ambivalenz der Situation, in der sich die jungen Fotografen befinden.

Sie sind bei ihrer Arbeit dem Grauen der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Inkhata und ANC z.T. unter eigener Lebensgefahr ausgesetzt und können in der wenigen Zeit abseits der Kämpfe oft nur im Rausch „abschalten“, ohne die Bilder von Gewalt und Tod wirklich dauerhaft los zu werden. Sie werden für Ihre schockierenden Fotos mit Geld und Auszeichnungen belohnt aber auch mit den Angehörigen der Opfer konfrontiert und den Vorwürfen, vom Leid Anderer zu profitieren. Einige der Fotografen werden verwundet, getötet oder zerbrechen an der psychischen Belastung.

Die Protagonisten werden keinesfalls als moralisch unzweifelhaft dargestellt, ihre Arbeit und damit die Rolle der Presse in Krisenregionen wird kritisch und schonungslos abgebildet. Eine wichtige, neue Perspektive, Krieg im Film zu dokumentieren.

Klare Empfehlung!

Wer lieber das Buch liest (hab‘ ich noch vor…): „Der Bang-Bang Club: Schnappschüsse aus einem verborgenen Krieg“ von Greg Marinovich u. Joao Silva (2015, Verlag Das Wunderhorn, ISBN-10: 3884234870, ISBN-13: 978-3884234877)

Einem der Autoren der Buchvorlage, João Silva, wurde ein Kapitel in dem von mir empfohlenen Buch Bilderkrieger gewidmet.

Regie: Steven Silver, Darsteller: Ryan Phillippe, Malin Akerman, Taylor Kitsch u.v.A.m.
ASIN: B0058M71TS (BluRay)

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