"Grafiction" Tutorial

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Mit „Grafiction“ bezeichne ich digital erstellte, nicht real umgesetzte Graffiti oder Streetart (also „Fictional Graffiti“)… Einige Beispiele findest Du im Album „Street Art“. In der Folge möchte ich eine kleine Anleitung geben, wie solche Fantasie-Bilder entstehen. Ich benutze Photoshop CC, jedoch können solche Bilder mit jeder Bildbearbeitungssoftware erstellt werden, die Ebenen verarbeiten und diese miteinander „verrechnen“ und „überlagern“ kann (z.B. das kostenlose Gimp). Im Tutorial benutze ich generell den Begriff Graffiti, auch wenn dieser überwiegend für Schriftzüge, sog. Tags oder Ähnliches verwendet wird. Meine Fotovorlagen sind mehr mit Schablonengraffitis zu vergleichen, die figürliche Motive haben…

Schritt 1: Zu bearbeitendes Bild laden…

Schritt 2: Graffiti-Vorlage laden…

In diesem Fall ist die Vorlage recht dunkel, deshalb erstelle ich eine Kopie als neue Ebene und passe diese mit den Korrekturmöglichkeiten der Bearbeitungssoftware (Tonwertkorrektur, Helligkeit/Kontrast bzw. wie hier „Tiefen/Lichter“) so an, dass ich die Konturen leicht freistellen kann…

Die Freistellung führe ich mit dem einfachen Lassowerkzeug durch, da es hier nicht auf Präzision ankommt. Beim freigestellten Motiv reduziere ich die Farben/Grauwerte per „Tontrennung“ auf 2 oder 3 um ein plakatives Bild zu erhalten, das in der Realität für das Ausschneiden von Sprühschablonen geeignet wäre.

Mit dem „Zauberstab“ wähle ich nun die einzelnen Farbbereiche aus (hier: weiß, grau und schwarz) und erstelle für jede Farbe eine Ebene (die dunkelste nach oben)

Diese Ebenen kopiere ich nun in das Zielbild, spiegele sie in diesem Fall und passe sie per Transformation/Verzerren so an, dass sie auf der Zielwand realistisch aussehen.

Nun stelle ich den Ebenen-Verrechnungsmodus auf „Ineinanderkopieren“ (Photoshop!) und der erste Eindruck einer etwas verwitterten Spray-Grafik wird sichtbar.

Die mittlere (graue) Ebene in unserem Beispiel mittels Tonwertkorrektur etwas aufhellen, damit sie nicht komplett unsichtbar wird, und lege einen leichten Weichzeichnereffekt darauf, um den Sprühnebel des Graffiti zu simulieren.

Dann dupliziere ich die schwarze Ebene und lege sie im Verrechnungsmodus „Normal“ über die anderen Ebenen. Dadurch kann ich die (schwarzen) Hauptkonturen da deckend erhalten, wo ich es benötige. Wo ich die Farbe gealtert/abgeblättert erscheinen lassen will, radiere ich diese in der schwarzen „Normal“-Ebene mit einem strukturierten Pinsel und unterschiedlicher Intensität entsprechend aus…

Zum Schluss simuliere ich mit einem dünnen, weichen Pinsel laufende Farbspuren an nach unten weisenden Rundungen oder Spitzen des Motivs.

Das war’s auch schon. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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