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Josef Heinrich Darchinger, seit den frühen 50ern selbständiger Fotojournalist, begleitete über 30 Jahre für „Spiegel“ und „Zeit“ die Berichterstattung aus Bonn. Seine Bilder füllten Ausstellungen und Bildbände über die wichtigen Persönlichkeiten dieser Zeit, so z.B. Helmut Schmidt, Willy Brandt, Richard von Weizsäcker und Heinrich Böll. Aber Darchinger hatte auch immer ein Auge für das „normale“ Leben in und um Bonn. Er portraitiert in diesem Buch die Entwicklung der jungen Republik aus der Sicht der „kleinen Leute“, zeigt den Wiederaufbau aus den Ruinen des Krieges und die schnell wachsende Lebensfreude und -qualität während des Wirtschaftswunders. Für mich als Kind der 50er enthält das Buch etliche Déjà-vus, die mal nachdenklich, mal vergnüglich die damalige Zeit lebendig werden lassen.

Ein außergewöhnliches Buch über die 50er Jahre, enthält es doch durchgängig Farbfotos. Die Begleittexte sind informativ aber feinfühlig und zurückhaltend bezüglich des sonst vielfach anzutreffenden Pathos in diesem Genre. Parallel finden Sie die englische Übersetzung, die das Buch auch für ausländische Leser leicht zugänglich macht.

Klaus Honnef, der Textautor, lehrt an der Kunsthochschule Kassel, war Kurator hunderter Kunstausstellungen und Verfasser etlicher Bücher über Gegenwartskunst. Ihm und dem Herausgeber Frank Darchinger, Sohn von J.H.Darchinger und selbst auch freier Fotograf, gelingt es hervorragend, dem Publikum diese Zeit des Aufbruchs zugänglich zu machen.

Eindeutige Empfehlung! Hier werden zeitgenössische Fotos und zeitgeschichtliche Informationen ideal verknüpft. Auch zum einfachen Durchblättern gemeinsam mit lieben Menschen, die diese Zeit miterlebt haben, ein echter Tipp!

Verlag: TASCHENISBN-10: 3836540169 – ISBN-13: 978-3836540162

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»BIG SHOTS!« vermittelt Informationen zu den Themen Komposition, Belichtung, Licht, Objektiven und Bildgestaltung am Beispiel weltbekannter Fotos. Das Buch ist marken- und kameratyp-neutral. Die beschriebenen Tipps und Techniken sind Hilfe für den Einsteiger mit etwas Grundwissen, Anregung oder Auffrischung für den fortgeschrittenen Amateur oder einfach interessante Information für alle Fotobegeisterten. Die im Buch gezeigten Fotos berühmter Fotografen dienen als Beispiel und Anregung. Das Buch hilft, den eigenen Blick zu schärfen und beim Fotografieren die Technik nicht zum Selbstzweck werden zu lassen.

Aus dem Vorwort: „Schauen Sie sich die Bilder an, verstehen Sie ihre Ideen und lernen Sie, wie Sie die Techniken selbst umsetzen können. Sie werden feststellen, dass es bei genialen Fotos weniger um technisches Know-How und vielmehr darum geht, Ihr wertvollstes Instrument zu bedienen: Ihre Augen.“

Kurzweilig und informativ, als Arbeitsbuch oder um mehr über die individuelle Sichtweise der unterschiedlichsten Spitzenfotografen der letzten Jahrzehnte zu erfahren.

Achtung: Paperback ca. DIN A5, kein Hochglanzpapier, kein gebundener Rücken!
Dennoch: Empfehlung!

Verlag: Midas Collection – ISBN-10: 3907100514 – ISBN-13: 978-3907100516

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Steffen Böttcher (im Netz bekannt als Der Stilpirat), entwickelte sich vom Hobby- zum Berufsfotografen und schildert in diesem Logbuch, wie er die Gestaltungsmittel kennen lernte, begeistert mit Kameras, Objektiven und Photoshop experimentierte… bis hin zur Entwicklung einer eigenen Bildsprache. Launig geschrieben, spricht das Buch die so typischen „Macken“ und Eigentümlichkeiten eines Fotobegeisterten an, liefert aber trotz aller augenzwinkernden Schilderungen handfeste Ratschläge und Hinweise rund um die Fotografie und Fotografenberuf(ung). Keine Techniktippsammlung!

Kurzweiliger Lesestoff für Fotoenthusiasten. Klare Empfehlung.

Verlag: Galileo Design – ISBN-10: 3836218216 – ISBN-13: 978-3836218214

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Das Salz der Erde (Originaltitel: The Salt of the Earth) ist eine Dokumentation über Leben und Wirken des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Regie führten Wim Wenders und der Sohn des Porträtierten, Juliano Ribeiro Salgado.

Salgado fotografierte jahrelang internationale Konflikte, Flüchtlingselend, Krieg, Hunger und Leid. Seine eindrucksvollen Schwarz-Weiss-Fotos wurden international bekannt in Bildreportagen und Bildbänden wie „Workers – Arbeiter. Zur Archäologie des Industriezeitalters“, „Migranten“ oder „Afrika“. Diese Jahre hinterließen Spuren in der Seele Salgados. Er hörte auf mit dem Krisenjournalismus und begann nach einer langen schöpferischen Pause das Fotoprojekt „Genesis“ von Menschen unberührte Orte der Erde zeigt.

Seine Bilder haben eine unglaubliche Kraft und zeigen die ganze Schönheit der Erde in atemberaubenden Bildern. Dabei bleibt er konsequent bei der Schwarz-Weiss-Fotografie.

Im Film „Das Salz der Erde“ wird das Schaffen Salgados dokumentiert. Salgado selbst schildert sein Leben und seine Arbeit und sein Sohn Juliano, der ihn oft mit der Filmkamera begleitete, kommentiert die gemeinsamen Reisen. Durch eine besondere Filmtechnik schafft es Wenders, Salgado praktisch „durch seine Bilder hindurch“ zu wirken und den Zuschauer anzusprechen.

Eine absolute Filmempfehlung für jeden, der sich für Fotografie, Natur und/oder Bildjournalismus interessiert.

Als DVD und Blu-Ray erhältlich (ASIN: B00SGYZK8Y), aber am Besten im Kino anzusehen!

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Wuchtig, ja erschütternd ist die Realität aus Sicht der Kriegsfotografen: Hart, berührend und zum Teil verstörend, wie die Insider über ihre Erfahrungen und ihre individuelle Sicht auf die Brutalität der Kriegsszenarien berichten. Den Schrecken und das Grauen abzubilden, wird zu ihrem Lebensinhalt. Ein Lebensinhalt, der sie unweigerlich verändert, mit den unterschiedlichsten Auswirkungen. Von der Berufsunfähigkeit aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung über die offensichtlich unverzichtbare Unempfindlichkeit gegenüber menschlichem Leid bis zum unbändigen Wunsch, trotz schwerster Verletzungen bald wieder im „Einsatz“ zu sein, ist alles möglich. Das Buch zeigt zwar auch (erschütternde) Bilder, aber viel eindringlicher sind die persönlichen Schilderungen der Fotografen, die einen Einblick geben, in eine Profession, die die Schrecken des Krieges sichtbar machen soll. Die aber auch etliche ihrer Protagonisten für immer zeichnet, ja manchmal sogar aufzehrt und zerstört. Ein wichtiges Buch, um mit den teils romantisierenden Bildern des „heroischen Kriegsberichterstatters“ aufzuräumen. Klare Empfehlung, nicht nur für Fotografie-Interessierte.

Ankerherz Verlag; Auflage: 1 (Juni 2013) – ISBN-10: 3940138444 ISBN-13: 978-3940138446

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